Wie auch u.a. das Portal heise.de berichtet, hat sich die Hagener Polizei mit einem Aufsehen erregenden Aufruf über Facebook an Eltern genannt.

Es ist der Polizei ein Anliegen Eltern über mögliche Folgen der Veröffentlichung von Fotos eigener Kinder zu sensibilisieren. Nicht nur, dass die Kinderfotos den Kindern in einigen Jahren “unendlich” peinlich sein könnten – wer kennt das nicht selbst, sondern die Polizei sieht auch die Gefahr, dass die Veröffentlichung von Nacktfotos der Kinder “Begehrlichkeiten” von Pädophilen wecken könnten.

Der eindringlichen Warnung kann nur beigepflichtet werden. Medienrechtler warnen schon seit langer Zeit vor dem gedankenlosen Umgang mit persönlichen Daten und/oder Bildern in sozialen Netzwerken und generell im Internet. Dies insbesondere auch vor dem Hintergrund, dass die Bilder nach derzeitigem Stand faktisch unbegrenzt im Internet verbleiben.

Es erstaunt mich immer noch, dass offenbar viele Menschen den eigenen Facebook-Account mit dem privaten Fotoalben verwechseln und sich so verhalten als ob sie diese im privaten Wohnzimmer herumreichen. Der eigene Account ist aber nicht das eigene Wohnzimmer. Ein ehemaliger Dozent meinte mal treffend: “Benehmen Sie sich im Internet immer so als ob in einem Restaurant wären und jeder alles, was sie sagen oder tun sehen kann. Wenn Sie das im Restaurant nicht tun würden, lassen sie es auch im Internet.”

Handeln die Eltern sogar rechtswidrig, wenn z.B. Nacktfotos von Babies auf Facebook veröffentlicht werden?

In zivilrechtlicher Hinsicht kann man wohl sagen: Nein! Es ist so, dass Eltern für Kinder das Persönlichkeitsrecht wahrnehmen. D.h. die Eltern können für die Kinder entscheiden, ob die Preisgabe von Informationen oder Veröffentlichung von Bildern gestattet wird. Dies gilt bis zu einem Alter in dem Kinder ausreichend einsichtsfähig sind. Hier gibt es keine feste Zeitgrenze. Aber als Richtwert kann 12,13 Jahre dienen.

Die zivilrechtliche Betrachtungsweise ändert natürlich aber nichts an der Verantwortung, die Eltern natürlich für ihre Kinder haben und hier kann nur wiederholt werden: Keine Veröffentlichung in sozialen Netzwerken. Wenn schon Bilder übers Internet gezeigt werden sollen, besteht immer noch die Möglichkeit diese bei einem Onlineanbieter hochzuladen und ausgewählten Personen den Link zu schicken…

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Persönlichkeitsrechte von Kindern: Hagener Polizei warnt vor der Veröffentlichung von Kinderfotos auf Facebook

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