Affiliate-Marketing – Vertrag

Ein wichtiger Bereich des E-Commerce-Rechts sind Online-Marketing-Verträge.

Neben Search-Engine-Marketing (SEA) ist das Affiliate-Marketing die wohl wichtigste Werbeform des Performance-Marketing. Beim Affiliate-Marketing wird Werbung des Advertisers auf der Webseite des Publishers eingebunden. Der Publisher erhält hierfür vom Advertiser eine Vergütung. Der hierfür erforderliche Affiliate-Marketing – Vertrag sollte jedenfalls folgende Regelungen enthalten:

Grundgerüst eines Affiliate-Marketing-Vertrags

Beschreibung der konkreten Werbeform:

Es sollte geregelt werden, welches konkrete Angebot des Publishers beworben werden soll und welcher Form der werbliche Content eingebunden wird.  Zudem sollte die Plattform des Publishers näher beschrieben werden. Verfügt der Publisher über ein eigenes Content-Netzwerk sollte auch vertraglich geregelt werden, auf welchen Webseiten das Angebot eingebunden werden soll.

Vergütung / Tracking

Die Höhe der Vergütung wird häufig nach der Pay-per-Click (PPC), Pay-per-Lead (PPL) oder Pay-per-Order (PPO) bestimmt. Auch eine Vergütungsmodell einer Provision auf den durch den Advertiser erzielten Umsatz (RevShare) ist möglich. Um mögliche Streitigkeiten zu vermeiden,  ist es wichtig, die Tracking-Methode möglichst genau zu definieren. Auch sollte geregelt werden, welche Vertragspartei den entsprechenden Report erstellt. Wie bei jedem Vertrag sollte selbstverständlich auch der Abrechnungsturnus und die Fälligkeit vereinbart werden.

Laufzeit des Vertrags / Kündigung

Affiliate-Marketing-Verträge werden häufig für eine bestimmte Mindestvertragslaufzeit mit automatischer Verlängerung geschlossen. Bei einem solchen Laufzeitmodell ist es wichtig, Kündigungsrechte aus wichtigem Grund genauer zu definieren.

Rechteeinräumung

Der Advertiser sollte dem Publisher die notwendigen urheberrechtlichen und kennzeichenrechtlichen Nutzungsrechte an den Werbemitteln einräumen. Es sollte zudem geregelt werden, ob der Publisher seinerseits weitere Marketing-Maßnahmen (z.B. Google Adwords) vernehmen darf / soll um das Angebot des Advertisers weiter zu bewerben.

Exklusivität

Die Vertragsparteien sollten eine Regelung treffen, ob der Publisher exklusiv Werbung für den Advertiser schaltet. Anderenfalls besteht aus Sicht des Publishers die Gefahr, dass auch ein Mitbewerber die Reichweite des Publishers nutzt.

Freistellung

Bei den Werbemitteln handelt es sich aus Sicht des Publishers um fremde Inhalte für die er jedoch unter gewissen Umständen im Außenverhältnis gegenüber Dritten haftet. In einem Affiliate-Marketingvertrag sollte daher geregelt werden, dass der Advertiser den Publisher von Ansprüchen Dritter im Innenverhältnis freistellt.

Datenschutz

In einigen Affiliate-Marketing-Formen ist die Erhebung und Weitergabe von Daten vorgesehen. Insbesondere wenn Advertiser und Publisher unterschiedlichen Rechtsordnungen angehören, sollten Regelungen über den Datenschutz getroffen werden.

Geheimhaltungsklausel

Es ist häufig sinnvoll zwischen den Parteien eine Geheimhaltungsklausel über die genauen Modalitäten  eines Affiliate-Marketing-Vertrags zu vereinbaren.

Rechtsberatung zu Affiliate-Marketing-Verträgen

Rechtsanwalt Herrmann hat insbesondere im Rahmen seiner Tätigkeit als Justiziar / Legal Counsel bei einem der größten deutschen E-Commerce-Unternehmen eine Vielzahl von deutsch- und englischsprachigen Affiliate-Marketing-Verträgen auch mit großen, weltbekannten Advertisern bearbeitet. Die Kanzlei Herrmann IT & Media Law bietet  bundesweit umfassende Rechtsberatung bei der Gestaltung, Prüfung und Verhandlung von Affiliate-Marketing-Verträgen an.

 

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